Gowalla 4.0 – Fail?!

Vor wenigen Tagen wurde die vierte Ausbaustufe des – meiner Meinung nach – sehr beliebten, amerikanischen Location Based Service Gowalla veröffentlicht. Leider mit sehr gravierenden Änderungen, die Gowalla in eine komplett andere Richtung katapultieren. Ja, es stimmt – Wochen vorher gab es bereits Beträge im Gowalla-Blog, die einen solchen Richtungswechsel ankündigten und auch beschrieben, warum die Macher diesen nun tun. Trotzdem kam es mit dem 4.0-Update dann aber doch irgendwie plötzlich. Wenn man sich einmal die Kommentare und Tweets unmittelbar nach dem Update ansieht, merkt man, das man hier wohl einen nicht unerheblich großen Teil von Gowalla-Fans gegen den Kopf gestoßen hat.

Keine Items mehr bei Gowalla

Eine der wohl beliebtesten Schlüsselfunktionen war das Sammeln und Tauschen von virtuellen Gegenständen, die man beim Einchecken in verschiedene Orte bekommen konnte. Für jede Orts-Kategorie gab es eine bestimmte Art von Items (Kofferschilder an Bahnhöfen, Cocktails an Bars, Mixer bei Elektro-Fachgeschäften, usw.), die man bis zu einer begrenzten Anzahl mobil sammeln konnte. Diese konnte man dann in seine Sammlung transferieren oder aber wieder an bestimmten Orten ablegen. Items hatten eine bestimmte Droprate und einen gewissen Seltenheitswert (klingt fast wie in einem typischen Rollenspiel), manche waren limitiert und manche gab es nur zu ganz bestimmten Anlässen (z.B. NBA Finals, etc.).

Der ursprüngliche Sinn dahinter war einmal zu sehen, welchen Weg ein Item im Laufe seiner Geschichte macht. Wer hat den Gegenstand zum ersten Mal erhalten? Wo hat dieser ihn dann wieder abgelegt? Wer hat ihn dann wieder aufgenommen? Letzteres ging nur, wenn man selbst auch wieder ein Gegenstand (möglicherweise einen Doppelten) ablegte. Das ganze Prinzip mit den Items setzte natürlich auf Aktivität. Möglichst viele Leute sollten aktiv Items tauschen, um so quasi interessante Geschichten um diese Gegenstände herum entstehen zu lassen. In der Realität – und ich kann hier nur vom deutschsprachigen Raum sprechen – sah es leider nicht so aktiv aus. Allenfalls in Großstädten gab es eine Anzahl wirklich aktiver User. Und leider war wohl auch die Droprate der Items zeitweilig sehr niedrig, was nicht dazu beigetragen hat, die Motivation der User anzukurbeln. Im extremsten Fall waren wohl 50 Check-ins notwenig, um 1 neues Item zu erhalten.

Mit der Neuorientierung und der Version 4.0 ist die ganze Geschichte mit den Items nun aus Gowalla herausgenommen worden. Einen Bonus in Form virtueller Gegenstände gibt es nicht mehr. Meiner Meinung nach hat Gowalla damit seinen wichtigstes Alleinstellungsmerkmal gegenüber größeren und bekannteren Diensten wie z.B. FourSquare verloren. Auch gegenüber Diensten wie Facebook Places (punktet allein durch die Anzahl der User) oder FriendTicker (punktet durch echte Prämien beim Einchecken in Spots) wird Gowalla weiter an Boden verlieren.

City-Guides & Stories

Gowalla setzt nun auf Guides, also primär Städteführer mit Tipps, Empfehlungen und Erlebnisberichten. Die ersten Guides, die auch auf der Startseite prominent beworben werden: Berlin, München oder auch Frankfurt. Prinzipiell spricht mich das leider gar nicht an. Für sowas gibt es bestimmt andere (bessere? etabliertere?) Apps.

Was meint Ihr? War’s das für Gowalla? Oder werden die sympatischen Texaner mit den Guides durchstarten? Postet es in den Kommentaren!

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 27. September 2011 um 20:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter Location Based Services abgelegt. Folgendene Tags sind dem Beitrag zugewiesen: . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

Eine Reaktion zu “Gowalla 4.0 – Fail?!”

ghnet_at
schrieb am 7. Oktober 2011 um 16:54 Uhr:

update auf version 4.0 durchgeführt – angesehen – gowalla deinstalliert. mich stört es masslos, dass ich selbst jetzt keine orte mehr anlegen kann. verwende jetzt nur mehr foursquare und facebook orte. gowalla ist für mich gestorben.

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