Webinale 2010 Review (Teil 1)

Anfang der Woche fand die vierte Ausgabe der Webkonferenz Webinale statt. Wie auch im letzten Jahr war Berlin – genauer gesagt das Maritim proArte – der Veranstaltungsort. Im folgenden Bericht möchte ich kurz auf die von mir besuchten Sessions und Keynotes eingehen. Da teilweise bis zu fünf Sessions parallel liefen (+ die Vorträge der PHP Konferenz nebenan) und man nur bei einer anwesend sein konnte, ist dies natürlich kein absolut vollständiger Bericht der Konferenz.

Webinale Tag #1: Montag

Los ging es für mich nach der Begrüßung mit der Keynote "Die Mensch-Maschine-Beziehung und ihre Folgen" von Ibrahim Evsan, einem Vollblut-Onliner. Er sprach über die zunehmende Verlagerung von sozialen Kontakten in Online-Netzwerken wie Facebook & Co und wie sich die Kommunikation zu eben diesen Kontakten immer mehr über mobile Geräte abspielt. Gefahren und Abhängigkeiten dieser Entwicklung wurden aber nur am Rande erwähnt. Es folgte im Anschluss gleich die zweite Keynote mit Petra Sonnenberg von Google. Google? Ja genau! Allerdings ging es leider nicht um SEO- oder SEM-Themen, die mich brennend interessiert hätten, sondern über Cloud Computing ("Die Zukunft liegt in der Cloud") und wie Unternehmen ihre Datenbanken & Software zukünftig doch auf Online-Servern speichern könnten, um allzeit und von überall Zugriff zu haben. Wie? Noch mehr Daten freiweilig auf Google-Servern ablegen? Entsprechend kritisch waren dann auch die Fragen aus dem Publikum nach der Keynote.

Leider war die Session "Handliche Designkonzepte – User Experience und Mobile Webdesign" ausgefallen und so habe ich mir stattdessen den Vortrag über "Augmented Editorial Design" von Julian Koschwitz angehört. War sehr interessant zu sehen, wie man mit Augmented Reality Printmedien wie z.B. Magazine mit Online-Inhalte aufwerten kann. Ich hoffe doch, daß sich in diese Richtung noch viel entwickeln wird, denn ich glaube kaum, daß ein Feature wie "Ich halte eine Seite aus einer Zeitschrift in die Webcam und kann dann ein Video ansehen" schon alles ist, was man aus dieser Technik rausholen kann.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit "Die Zukunft der Webkommunikation – ein Trendüberblick", einem Vortrag über die momentan Kommunikations-Plattformen und wie auch Unternehmen davon profitieren können. Gefolgt von einem leckeren Mittagessen und der nächsten Keynote: einer Diskussionsrunde zum Thema "Mein Leben im Netz". Ehrlich gesagt finde ich fand ich diese Talk-Show-ähnlichen Runden schon bei meinem letzten Webinale-Besuch langweilig und in diesem Jahr hat sich an meiner Meinung auch nichts geändert.


Das Highlight am Webinale-Montag war dann aber die Session "Webdesigntrends 2010" von Vitaly Friedman, der anhand vieler Beispiele gezeigt hat, wohin die Reise in Sachen Webdesign gehen kann. Hier konnte ich mir doch tatsächlich einige Inspirationen für meine künftigen Webprojekte holen. An dieser Stelle sei auf das Smashing Magazine hingewiesen – für die, die es noch nicht kennen – ein hervorragendes Design Weblog! Vitaly hat zwar sehr unterhaltsam seinen Vortrag gehalten und ich hätte ihm durchaus noch stundenlang zuhören können, aber er hat zeittechnisch doch schon arg überzogen, sodaß ich mich ganz schön beeilen musste, um noch rechtzeitg beim Webpunk zu sein. Genauer gesagt handelte es sich um Mark Sorsa-Leslie, der im traditionellen Kilt seinen Vortrag "The mystery of web design is fading" hielt. Hier wurden Parallelen von Webdesign und Punk-Musik aufgezeigt mit dem Fazit: Wir brauchen eine Revolution im Netz! Haltet Euch nicht an Standards, sondern nehmt was ihr braucht und erschafft etwas Neues! – eine interessanter Blickwinkel, der gegen Ende hin aber etwas in Richtung Werbung für Hammerkit abdriftete.

Die abschließende Session am Montag hatte es dann noch in sich: "Positive User Experience durch User Centered Web Design". Hier zeigte Andreas Selter anhand theoretischer Hintergrundinfos und Beispielen aus der Praxis, wie man seine Zielgruppe analysiert und seine Webseite entsprechend den Benutzeranforderungen optimiert. Auch hier konnte ich mir einige Inspirationen und Ideen für meine Webseiten holen.

Webinale Tag #2: Dienstag

Auch der Dienstag begann wieder mit einer Keynote: "The smartphone era has begun" – hier sprach Ola Larsen darüber wie Smartphones und natürlich auch die passenden Apps unser Leben zukünftig vereinfachen sollen und wohin die Entwicklung gehen wird. Nach einer kurzen Pause zog es mich dann zu einer Session im Rahmen des Onlinemarketing Day: "Künftig entscheidend für den Erfolg (fast) jeder Marke: Produktinfo und -inszenierung" – gehalten von Michael Behrens von der bekannten Hamburger Werbeagentur Jung von Matt. Hier wurde gezeigt, wie sich Kunden immer stärker im Netz über Produkte informieren – also nicht zwangsläufig beim Herstellers oder beim Verk&auuml;ufer, sondern online via Meinungsforen, Blogs und soziale Netzwerke. Es wurde gezeigt, wie man mit guter Produktpräsentation beim Kunden entscheidend punkten kann.

Die Session, die ich darauffolgend besuchte, betraf thematisch zwar nicht unbedingt mein Tätigkeitsfeld, aber ich habe sie mir trotzdem angehört. Bei "Cash = Content, Community, Context, Currency" ging es um die Monetarisierung von Online-Games und dem Handel von virtuellen Gütern. Interessant zu sehen, wie man User immer wieder aufs neue motivieren muss, damit beispielsweise ein Spiel auch langfristig zu einem finanziellen Erfolg wird. Die anschließende Panel-Keynote "Master of Servant" habe ich mir an diesem Tag erspart.

Weiter ging es dann mit der Session "Erfolgreich kommunizieren im Workflow von Webprojekten" – der Titel sagt im Prinzip schon alles über den Inhalt aus 😉 – sowie der Session "Ich – die eigene Identität als Marke"

Teil 2 des Reviews folgt …

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 2. Juni 2010 um 22:27 Uhr veröffentlicht und wurde unter Events abgelegt. Folgendene Tags sind dem Beitrag zugewiesen: , , . Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

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